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Zahnarzt
Homöopathie und deren Möglichkeiten in der zahnärztlichen Praxis

Die Homöopathie als Arzneimitteltherapie wurde Anfang des 19. Jahrhunderts vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann entwickelt. Das Wort wird abgeleitet von „homoios“ =ähnlich und „pathos“=Leiden, Krankheit. Die bahnbrechende neue Erkenntnis beschreibt Hahnemann in seinem Werk: Organon der Heilkunst:

„Durch Beobachtung, Nachdenken und Erfahrung fand ich, dass im Gegentheile von der alten Allopathie die wahre, richtige beste Heilung zu finden sey in dem Satze: Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle, eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll.“ (S.50)

Hahnemann arbeitete sehr systematisch mit Beobachtungen, Dokumentationen und Arzneimittelprüfungen. Unter Arzneimittelprüfung versteht man die Beobachtung, welche Beschwerden und Krankheiten ein Mittel an gesunden Menschen hervorrufen kann. Die toxikologischen und klinischen Beobachtungen führen, wenn sie systematisch geordnet sind, zu den sogenannten Arzneimittelbildern, die die umfassende Beschreibung der Wirkungen des jeweiligen Mittels beinhaltet. Dies führt zu der sogenannten Ähnlichkeitsregel der Homöopathie „similia similibus curentur“ (Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt).

Das bedeutet in der Praxis, dass idealerweise das für den jeweiligen Patienten best geeignete homöopathische Arzneimittel individuell gewählt wird, und zwar nach den individuellen Krankheitszeichen des Patienten sowie seinen Persönlichkeitsmerkmalen. Allerdings setzt auch eine zahnärztliche homöopathische Therapie die aus allgemeiner Sicht notwendige Diagnostik voraus. Homöopathische Mittel werden dann allerdings nach für den einzelnen Patienten besonders bezeichnenden Zeichen und Symptomen ausgewählt. So kann zum Bespiel ein Zahnschmerz, welcher auch nach sorgfältiger schulmedizinisch konservierender Behandlung des Zahnes andauert, verschiedene individuelle Charakteristika aufweisen: Bei einem Patienten wird der Schmerz gegen Abend schlimmer, ist schlimmer bei kalten Getränken, äußerem kalten Wind und beim Liegen auf der schmerzhaften Seite, er bessert sich allerdings, wenn der Patient in Bewegung ist und läuft, sowie beim Liegen auf dem Rücken sowie beim Trinken vom warmen Wasser. (mögliche homöopathische Mittel sind hier u.a.: Lycopodium, Nux moschata und Veratrum album).

Bei einem anderen Patienten ist eine Berührung des Zahnes wegen der Schmerzen unmöglich, der Schmerz ist schlimmer am Morgen, äußere Wärme verschlimmert den Schmerz, dagegen wird der Schmerz durch äußeres Kühlen besser, sowie in Ruhe und nach dem Stuhlgang (mögliche homöopathische Mittel u.a.: Spigelia , Bryonia) Spezifisch für die Homöopathie ist weiterhin, dass mit sehr kleinen Substanzmengen gearbeitet wird, Hahnemann machte die überraschende Entdeckung, dass nach einer bestimmtem Bearbeitung (= Potenzierung) die Arznei selbst in verschwindend kleiner Dosierung besser wirkt als die Ausgangssubstanz. Bei der Potenzierung werden die Ausgangsstoffe schrittweise vedünnt. Einige Stoffe werden erst durch die Potenzierung besonders arzneilich aktiv. Wichtige Einsatzgebiete der Homöopathie in der zahnärztlichen Praxis sind:

Vorbeugung bei Kariesanfälligkeit
Es besteht die Möglichkeit durch homöopathische Mittel informativen und gestaltenden Einfluß auf die Wachstumsvorgänge am Zahn zu nehmen, beziehungsweise auch später noch die Qualität zu verbessern

Die Vorbehandlung von Angstpatienten (besonders angezeigt bei Kindern)
Homöopathische Mittel können bei der Bewältigung und Aufarbeitung von „Zahnarztangst“ bahnbrechende Wirkung erzielen

Behandlungen flankierend zu chirurgischen Eingriffen: Nachbehandlung, Wundschmerz, Nachblutung
Bei Komplikationen während und nach chirurgischen Eingriffen ersetzen homöopathische Mittel in aller Regel eine mögliche Antibiotikabehandlung, sowie andere konventionelle Pharmaka

Zahnnerventzündung
Die homöopathische Behandlung kann in vielen Fällen eine Wurzelkanalbehandlung ersparen, bzw. ist es so gut wie nie nötig, Zahnnerven zu devitalisieren („abzutöten“). Abhängig ist der Erfolg der homöopathischen Behandlung jedoch von der Ursache der Zahnnerventzündung.

Behandlung des toten Zahnes bei Wurzelhautentzündung, Eiterung, Fisteln, Abszessen
Flankierend zu einer notwendigen Wurzelkanalbehandlung ist in den meisten Fällen eine homöopathische Begleitbehandlung nötig und sinnvoll, um begleitende Symptome zu behandeln. Behandlung der Durchbruchsstörung von Zähnen im Zahnwechsel ebenso bei Weisheitszähnen

Zahnfleischentzündungen
Hier ist die homöopathische Behandlung meist nur ein Baustein einer ganzheitlichen Therapie, weil sich in Veränderungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut häufig Unregelmäßigkeiten der individuellen Stoffwechselvorgänge zeigen, die dann natürlich auch ursächlich therapiert werden müssen.

Mundwinkeleinrisse Kiefergelenksprobleme Parodontosebehandlung
Hier gilt im besonderen Maße das bereits für Zahnfleischentzündungen gesagte, weil Zahnbetterkrankungen („Parodontose“) so gut wie nie allein im Munde zu therapieren sind.

Behandlung des Herpes labialis sowie von Aphthen Behandlung begleitend zur Kieferorthopädischen Behandlung (hier insbesondere begleitend zur Bionatortherapie)